Zähne werden oftmals zu schnell gezogen

Veröffentlicht am 26. Mai 2010 von admin | Keine Kommentare

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Was die deutsche Zahngesundheit anbelangt, so gibt es immer mehr Zahnärzte, die nicht alle Behandlungsmethoden ausschöpfen und kaputte Zähne lieber gleich ziehen. Hintergrund dabei ist, dass Wurzelbehandlungen im Normalfall recht aufwändig und auch kostspielig sind. Interviews, in denen Krankenkassen betonen, dass die Zahnerhaltung oberste Priorität habe, scheinen also mehr als unwahr zu sein.

Der Sprecher der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, Reiner Kern, sagte bereits 2008 zu diesem Thema, dass die Zahnerhaltung grundsätzlich absolute Priorität habe. Allerdings, so sagte Kern weiter, sei es ein Grundphänomen der Zahnmedizin, dass es für ein Problem unterschiedliche Alternativen gäbe. Und auch der Vorsitzende des Bundesverbandes der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Michael Schäfer, sagte, dass die Behandlung des Wurzelkanals einen hohen apparativen Aufwand erfordere. Nicht nur seiner Meinung nach scheuen diesen viele Zahnärzte, da sie von den Krankenkassen nicht die nötige finanzielle Unterstützung erhalten.

Erschwerend hinzu kommt, dass die gesetzliche Krankenkasse Wurzelbehandlungen nur in bestimmten Fällen bezahlt. Laut einer Statistik aus dem Jahr 2007 fand man heraus, dass die Zahl der gezogenen Zähne, die über die Kasse abgerechnet wurden, von 1991 bis 2006 um 20 Prozent gesunken, gleichzeitig aber die Zahl der Wurzelkanalfüllungen um sechs Prozent gestiegen ist. Doch trotz dieser Tatsache gab es im Jahr 2006 fast doppelt so viele Extraktion wie Wurzelkanalfüllungen.

Wenn Sie mit einem an Karies erkrankten Zahn das nächste Mal zu Ihrem Zahnarzt gehen, sollten Sie eine Extraktion nicht einfach so hinnehmen. Oftmals gibt es die Möglichkeit, die Kosten für die weitere Behandlung selbst zu übernehmen. In jedem Fall sollten Sie ein Gespräch mit Ihrem behandelnden Zahnarzt führen. Dabei kann dieser Sie dann darüber aufklären, warum er eine Behandlung an der Wurzel für nicht sinnvoll erachtet und welche alternativen Möglichkeiten es gibt, bevor der Zahn endgültig gezogen wird. Auch das Einholen einer zweiten Meinung kann in diesem Fall nicht verkehrt sein.

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