Atrophie


Atrophie ist ein medizinischer Fachbegriff, der auf unterschiedlichen medizinischen Gebieten in der Diagnostik verwendet wird. Er bedeutet in der direkten Übersetzung „Gewebeschwund“. In zahnmedizinischer Relevanz wird hier von der Inaktivitätsatrophie gesprochen. Kommt es bei einem Patienten zum Verlust eines Zahnes, so bildet sich nicht nur das darunter liegende Zahnfleisch zurück, sondern auch die Substanz des Kieferknochens.

So kann eine Athropie vermieden werden

Grundsätzlich bedeutet der Verlust eines Zahnes, dass nun Zahnersatz notwendig wird. Um eine Atrophie der betroffenen Stelle des Kiefers zu vermeiden, sollte der Zahnersatz so schnell wie möglich eingesetzt werden. Besonders für das Zahnimplantat ist es von größter Bedeutung dass die Knochensubstanz im Kiefer noch nicht von einer Inaktivitätsatrophie betroffen ist. Das Implantat muss im Kieferknochen verankert werden, damit es wirklich halten kann. In einem von Atrophie betroffenen Kieferknochen ist dies nicht möglich: hat sich bereits eine Atrophie gebildet, muss zunächst eine Augmentation vorgenommen werden. Dabei handelt es sich um einen Knochenaufbau.

Ein solcher muss allerdings auch dann vorgenommen werden, wenn kein Implantat, sondern eine Stegprothese eingesetzt werden soll. Kein Zahnersatz kann langfristig halten und ohne Einschränkungen funktionieren, wenn der Kieferknochen von Atrophie betroffen ist. Zahnersatz sollte auch an Stellen im Kiefer so schnell wie möglich eingesetzt werden, die vom Patienten als weniger wichtig empfunden werden – häufig ist das bei den hinteren Zahnreihen der Fall. Der Patient gewöhnt sich daran, dass an einer bestimmten Stelle des Kiefers ein Zahn fehlt und kaut die Nahrung fast automatisch mit anderen, noch vorhandenen Zähnen. Wird allerdings längerfristig kein Zahnersatz eingesetzt, hat dies unwillkürlich Auswirkungen auf die noch vorhandenen Zähne. Wenn sich eine Atrophie bildet, kippen in vielen Fällen die benachbarten Zähne in die Richtung des fehlenden Zahnes ein. Es bilden sich Zahnfehlstellungen, die wiederum für eine ungleichmäßige Abrasion verantwortlich sind.